Früher


Die Entstehung unserer Gemeinde in Oberasbach fällt in eine Zeit, in der binnen weniger Jahrzehnte durch die Schrecken der beiden Weltkriege das Gesicht der Welt nachhaltig verändert wurde.

Im Jahr 1914 ließ sich der Landwirt Georg Drechsler aus Kreutles in Nürnberg taufen und wurde dadurch der erste Siebenten-Tags-Adventist im Raum Oberasbach.

Durch Zuzug weiterer Geschwister aus der Stadt bildete sich dann Ende der zwanziger Jahre in Unterasbach eine lose Gruppe von 8 bis 16 Adventisten, die regelmäßig Versammlungen in Privatwohnungen, später in einem Gartenhaus abhielten.

Versammlungsort 1933


Bis zum Ende des 2. Weltkriegs wuchs die Gemeinschaft durch Taufen und adventistische Kriegsflüchtlinge auf 50 bis 80 Personen an, so dass es 1946 zur Gründung einer Adventgemeinde in Unterasbach kam.

Die stark angewachsene Anzahl an Gemeindegliedern überstieg die Platzkapazitäten in den privaten Räumlichkeiten, die bislang immer noch für Gottesdienste genutzt wurden.

Man schrieb mittlerweile das Jahr 1948 als mit den Planungen einer Kapelle begonnen wurde. Außer dem Eifer für ein eigenes Haus fehlte es eigentlich an allem Notwendigen. Es stand noch kein Grundstück in Aussicht. Außerdem war in den damals sehr schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen mit keiner finanziellen Unterstützung seitens der Kirche zu rechnen.

Im Jahr 1949 erlaubte Georg Drechsler schließlich den Bau der Kapelle auf einem seiner Grundstücke. Es ist dasselbe Grundstück, auf dem auch heute noch unsere Kapelle steht.

Das nötige Geld wurde von den Mitgliedern der neuen Gemeinde gespendet. Die meisten gaben dafür ihr gesamtes Startgeld in Höhe von 40 D-Mark, welches im Zuge der Währungsreform an jeden Bürger ausgezahlt wurde.

Damit waren die Voraussetzungen zum Bau der Kapelle erfüllt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 08. April 1949. In der Folgezeit wurden in der Scheune Georg Drechslers aus Sand und Zement hunderte von Steine in Eigenleistung hergestellt. Da für den Dachstuhl keine geeigneten Kanthölzer zur Verfügung standen, wurde Dachlatten paarweise zusammengenagelt und dienten so als Dachbalken. Diese Konstruktion hat bis heute jeden Sturm standgehalten.

Kapellenbaustelle


Am 02. Juli 1949 fand die Einweihung der neuen Kapelle mit 70 Sitzplätzen statt. Der Eingang befand sich damals noch auf der östlichen Giebelseite, an der sich heute ein Holzkreuz befindet.

Kapelle 1952

Gruppenfoto 1952


Die Entstehung der offiziellen Adventgemeinde Oberasbach war von zahlreichen historischen Ereignissen umrahmt.

Es war die Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg. Gleichzeitig verhärteten sich die Fronten zwischen den westlichen Siegermächten. 1948 führten die Westalliierten ohne Abstimmung mit der damaligen Sowjetunion eine Währungsreform durch, bei der zur Stärkung der Wirtschaft die fast wertlose Reichsmark durch die Deutsche Mark ersetzt wurde. Als Reaktion darauf antwortete die sowjetische Seite mit der Berlin-Blockade, während der hunderttausende eingeschlossener und von der Versorgung über den Land- und Wasserweg abgeschnittener Menschen von den berühmten Rosinenbombern mit den allernotwendigsten Gütern aus der Luft versorgt wurden. Der Riß zwischen West und Ost wurde immer tiefer und die Zeit des Kalten Kriegs brach an.

Während die Geschichte auf der großen Weltbühne ihren Lauf nahm, schlug eine kleine Kirchengemeinde in Unterasbach seine Wurzeln. Die Anfänge waren äußerst einfach und bescheiden. Die Raumheizung bestand aus einem Ofen, welcher sich in einem heute nicht mehr vorhandenen Kellerraum auf der Westseite der Kapelle befand. Dieser Kellerraum musste immer wieder von eindringendem Grundwasser befreit werden. Um die Kapelle im Winter für den Gottesdienst zu heizen, trafen die zuständigen Geschwister schon um fünf Uhr morgens die ersten Vorbereitungen. In der Kapelle saß man auf ungepolsterten Holzbänken.

In der Folgezeit änderte das Grundstück immer wieder sein Gesicht. So musste z.B. der noch im 2. Weltkrieg genutzte Feuerlöschteich unserem heutigen Parkplatz weichen. Das zugehörige Feuerwehrgerätehaus ist heute noch in der Zufahrt zu unserem Grundstück vorhanden.

Am 23. November 1959 ging das Grundstück durch Georg Drechslers Erben an den Süddeutschen Bauverein, die Liegenschaftsverwaltung der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Süddeutschland über.

1960 wurde die Kapelle mit 6.700 D-Mark an Materialkosten und handwerklicher Eigenleistung um eine Jugendraum erweitert, der heute als Garderobe dient.

 

Kapelle und Gruppenfoto Anfang der 1970er Jahre


1981 erfolgt der Ausbau eines auf dem Grundstück befindlichen Hauses aus den fünfziger Jahren zu einem Gemeindezentrum mit Hausmeisterwohnung.