Allgemeine Informationen


Die Entstehung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahm ihren Anfang in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den USA.

Die hygienischen und medizinischen Verhältnisse dieser Zeit sind für uns heute kaum vorstellbar. Toiletten mit Wasserspülung waren so gut wie nicht vorhanden. Fäkalien versickerten im Erdreich und verunreinigten das Grundwasser, welches in diesem Zustand über Brunnen geschöpft und als Trinkwasser verwendet wurde.

Unsachgemäße Tierhaltung und Schlachtungen trugen ihren Teil dazu bei, dass sich Infektionskrankheiten seuchenartig ausbreiteten.

Die Medizin hatte seit dem Mittelalter keine nennenswerten Fortschritte gemacht. Der Aderlass zählte immer noch zu den Standardbehandlungen. Gifte wie Quecksilber und Strychnin wurden als Medikamente verabreicht.

Operationen wurden ohne Desinfektion der Hände des Arztes und ohne Narkose durchgeführt. Ein Aufenthalt in einem Krankenhaus kam, zumindest für die ärmere Bevölkerung, einem Todesurteil gleich.

Die damalige Damenmode mit der Wespentaille schnürte den Frauen die Eingeweide ab und führte zu ernsthaften Erkrankungen.

Opium wurde im freien Verkauf angeboten und übernahm in armen Familien die Rolle des Babysitters, um Kleinkinder ruhig zu stellen.

Dies sind nur einige Beispiele für die unsäglichen Zustände vor allem in den großen Städten, welche in Folge der zunehmenden Industrialisierung schnell wuchsen, so dass die Infrastruktur in keiner Weise Schritt hielt.

Dies rief um 1830 die ersten Gesundheitsreformer auf den Plan. Einer der bekanntesten unter ihnen war Sylvester Graham. Er ergriff bei Ausbruch der ersten tödlichen asiatischen Cholera 1832 die Gelegenheit, ums ich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen.

Zu seinem Gesundheitsprogramm gehörten z.B. viel Obst und Gemüse, Vollkornbrot, wenig Fett, der Verzicht auf Alkohol und andere Stimulanzien, die Verwendung reinen Wassers als Getränk, die tägliche Körperhygiene, ausreichend Schlaf, Bewegung in frischer Luft. All dies ist bis heute Bestandteil eines gesunden Lebensstils.

Da die Pioniere der Adventbewegung wie die meisten Menschen der damaligen Zeit unter häufigen Erkrankungen litten , wurde sie bald auf die Ratschläge der Gesundheitsreformer aufmerksam und setzten sie nach und nach erfolgreich in ihrem eigenen Leben um.

Allmählich reifte die Überzeugung heran, dass ein die Gesundheit fördernder Lebensstil mit dem ausdrücklichen Willen Gottes übereinstimmte. Bei diesem Prozess spielte Ellen Gould White, die Mitbegründerin unserer Freikirche eine herausragende Rolle. Durch ihr Wirken fand die Gesundheitsreform Eingang in die Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten.

Waren vor über 150 Jahren mangelnde Kenntnisse die Hauptursache für viele Infektionserkrankungen, so greifen in unserer Überflussgesellschaft die sogenannten Zivilisationskrankheiten in oft chronischer Form um sich. Daher hat das Gesundheitsthema keinesfalls an Aktualität eingebüßt

In Deutschland wurde der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e. V. (DVG) im Jahre 1899 in Friedensau bei Magdeburg gegründet. Vereinsträger ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Die Gesundheitsphilosophie des Vereins basiert auf dem biblischen Menschenbild, in dem Körper, Geist und Seele eine ganzheitliche Einheit darstellen.

In den einzelnen Bundesländern ist der DVG durch Landesstellen vertreten, die sich in rechtlich unselbständige Regionalgruppen aufgliedern.

Die Regionalgruppe Oberasbach wurde am 22. Februar 1985 ins Leben gerufen.

Der Verein fördert die Verbreitung von Kenntnissen in allen Bereichen der Gesundheitsvorsorge, der Suchttherapie gegen Alkohol und Nikotin und der Vollwerternährung durch Vorträge und Kochkurse.